Historie

Die Geschichte des Symphonischen Blasorchsters Kreuzlingen beginnt im Jahr 1883 mit der Gründung des Musikvereins Kreuzlingen mit 9 aktiven Mitgliedern. Im Jahr 1900 erhält der junge Verein seine erste Uniform und bereits 1904 nehmen die nun 15 Musikanten am 2. Thurgauer Kantonalmusikfest in Romanshorn teil.

1920 vollzieht der Verein einen grossen Schritt, nimmt Holzbläser in seine Besetzung auf und wechselt so von Blech- zu Harmoniebesetzung, in welcher sie heute noch spielt. Ein Jahr später wird der Musikverein Emmishofen gegründet. Die Vereinsjahre vergehen mit Mitgliederzuwachs und diversen Vereinsaktivitäten. Bereits 1947 erspielen sich die Musikanten des Musikvereins Kreuzlingen einen 1. Rang in der 1. Stärkeklasse. 1948 folgt die Namensänderung in Stadtmusik Kreuzlingen.

1959 tritt der Verein am Kantonalen Musikfest in Weinfelden zum ersten Mal in der Höchstklasse an und erreicht die Bewertungsnote «Vorzüglich». Die Stadtmusik Kreuzlingen wird durch diese Erfolge zu einem Blasorchester mit überregionaler Bedeutung. So vertritt der Verein 1962 an der 100 Jahr Feier des Eidgenössischen Musikverbandes den Kanton Thurgau musikalisch.
1983 feiert die Stadtmusik ihren 100. Geburtstag, doch leider verliert der Verein in den folgenden Jahren immer mehr Mitglieder. Damit verbunden beginnt auch in musikalischen Belangen ein stetiger Abstieg. Durch diese Entwicklung in der Stadtmusik und ähnlich schlechten Voraussetzungen im Musikverein Emmishofen-Kreuzlingen erfolgt 1997 eine Vereinsfusion, aus der die Stadtharmonie Kreuzlingen und somit das heutige Symphonische Blasorchester Kreuzlingen, hervorgeht.

Doch auch diese fortschrittliche Entscheidung kann den Mitgliederschwund und gleichzeitigen musikalischen Niedergang nicht bremsen. 1984 am Kantonalmusikfest in Bischofszell noch in der Höchstklasse angetreten, muss die Stadtharmonie 2009, aus Mitgliedermangel, eine Vereinsgemeinschaft mit der Musikgesellschaft Altnau bilden um am Kantonalen Musikfest in Weinfelden überhaupt teilnehmen zu können. In der 3. Stärkelasse resultiert ein ernüchternder Platz im letzten Drittel der Rangliste. Der Tiefpunkt der stolzen Vereinsgeschichte scheint erreicht.

Auf Wunsch und Anfrage der verbliebenen Mitglieder übernimmt Stefan Roth, amtierender Dirigent des Blasorchesters der Jugendmusik Kreuzlingen, im Herbst 2009 die musikalische Leitung des Vereines. Dank grundlegenden Strukturänderungen, einer engen Zusammenarbeit mit der Jugendmusik Kreuzlingen und innovativen Probemethoden wird der Turnaround geschafft. Der Verein kann im Frühling 2011 13 neue Mitglieder aufnehmen und erspielt sich im Juni 2011 am Eidgenössischen Musikfest in St. Gallen völlig unerwartet den ersten Rang in der 2. Stärkeklasse und somit den Schweizer Meistertitel.

Im Jahr 2012 ist das Blasorchester in die erste Stärkeklasse angekommen: Im Frühsommer nimmt das Orchester am Bayerischen Landesmusikfest in der Kategorie Höchststufe teil und besteht an diesem international besetzten Wettbewerb vor einer hochkarätigen Jury ihre Auslandpremiere mit Bravour. Das Orchester erreicht 93 von 100 möglichen Punkten und das Prädikat «mit ausgezeichnetem Erfolg». Einzig der vorarlbergische Landesmeister, die Bürgermusik Götzis 1824, übertrifft diese Punktzahl um einen minimalen Punkt.

Im März 2013 bringt das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen zusammen mit dem Chor Amazonas und sieben Musicalsolisten das Musical «Saga Tenebra - Das Leben der Elisabeth de Grutere» von Bert Appermont zur Aufführung. Im unmittelbaren Anschluss an dieses Grossprojekt schafft es Stefan Roth die Mitglieder der Orchesters erneut zu Höchstleistungen anzuspornen: Unter seiner Leitung holt das Blasorchster am kantonalen Musikfest Graubünden in der ersten Stärkeklasse Harmonie den Sieg.

Um den Wandel vom Drittklassverein zum Blasorchester in der ersten Stärkeklasse zu verdeutlichen beschliesst der Verein seinen Namen zu ändern: Seit 2014 heisst das Orchester nun Symphonisches Blasorchester Kreuzlingen. Die Neuerung wird mit einem dreitägigen Fest "Symphonia 2014" und der Einweihung der neuen Uniform gefeiert.

Am Thurgauer Kantonalen Musikfest 2014 in Müllheim erreichte das Symphonischen Blasorchester den ersten Rang in der ersten Stärkeklasse Harmonie. Mit 97 Punkten für das Selbstwahlstück und 95 Punkten für das Aufgabenstück sowie 90 Punkten auf der Marschmusik landete das SBO Kreuzlingen auf dem ersten Platz und wurde Festsieger.

Am Landesmusikfest Baden-Württemberg 2015 in Karlsruhe DE sprach die Fachjury dem Symphonischen Blasorchester Kreuzlingen in der höchsten Stärkeklasse, Kategorie 6, das absolute Punktemaximum zu.

Mit dem Erreichen der vollen Punktzahl von 100 Punkten sowohl für das Aufgabenstück «JAD-A-DAJ» als auch für das Selbstwahlstück «La Passiò de Crist» gelang dem SBO Kreuzlingen ein Novum sowohl an einem Landesmusikfest Baden-Württemberg als auch in der Vereinsgeschichte.

Zudem nahm das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen im Herbst 2015 als erstes ausländisches Orchester am LBM Concertconcours in Roermond NL teil. In einem hochkarätigen Teilnehmerfeld erspielten sich die Neulinge mit einem völlig neuen Programm einen ersten Preis in der prestigeträchtigen 1. Division.

Mit dem 9. Rang in der Höchstklasse am Eidgenössischen Musikfest 2016 in Montreux kann sich das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen bei seiner ersten Teilnahme nach 40 Jahren überraschend deutlich im Mittelfeld der Schweizer Blasmusikelite platzieren. Insbesondere mit der dritthöchsten Punktzahl im Aufgabestück lässt das junge Orchester aufhorchen.

Im Juli 2017 wurde das Symphonische Blasorchester Kreuzlingen zum ersten Mal in der Geschichte zu den Weltmeisterschaften "Wereld Music Concurs" in Kerkrade (Niederlanden) eingeladen und erreichte den 12. Platz von 21 teilnehmenden Orchester in der "Division 1" und erhielt mit der erspielten Punktzahl einen 1. Preis.

Mit dem zweiten Platz am 12. Musikpreis Grenchen 2018 gelang eine optimale Vorbereitung auf das grösste Abenteuer der letzten Jahre, der Teilnahme am Certamen Internacional de Bandas de Música "Ciudad de Valencia". Mit unglaublichen 375.5 Punkten gelang nicht nur der Kategoriensieg in der Sección Segunda, es wurde sogar die höchste Punktzahl des gesamten Wettbewerbs erreicht.